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IDW Impulse 2026

Zwischen Aufbruch und Unsicherheit – Was KI für Berufsstart, Industrie und Gesellschaft bedeutet

Referenten der IDW Impulse 2026
Die Referenten der IDW Impulse 2026 (v. l. Prof. Dr. Höpken, Prof. Graef, Hr. Bohner, Prof. Dr. Denzin, Prof. Dr. Ermark, Prof. Dr. Wendorff)
Quelle:
RWU

Wie wird KI den Berufseinstieg verändern? Wie nutzen Unternehmen die Technologie heute schon und welche Chancen und Risiken bringt KI im Gesundheitssystem mit sich? 
120 Gäste bekamen Antworten auf diese Fragen bei unsere Veranstaltung IDW Impulse 2026 am 24. März. 
Drei Fachvorträgen und einer Podiumsdiskussion machten deutlich: Die entscheidende Frage ist nicht ob KI unsere Welt verändert, sondern wie wir damit umgehen wollen.

Der Junior ist tot – KI und der Berufseinstieg

Prof. Jürgen Graef eröffnete den Abend mit einem Blick auf den Arbeitsmarkt: Internationale Studien belegen, dass immer weniger Juniorenstellen besetzt werden – ein Trend, den KI weiter verstärkt. Denn KI ermöglicht kurzfristige Effizienzgewinne, ohne neue Einstiegsstellen zu schaffen. Damit droht nicht nur der Wegfall von Jobs, sondern auch der Verlust eines zentralen Mechanismus der Wissensweitergabe.
Sein Fazit war dabei durchaus optimistisch: Der Weg für die nächste Generation ist nicht versperrt – er existiert schlicht noch nicht. Auch die Berufserfahrenen wissen nicht, wohin die Reise geht. Neue Wege müssen gemeinsam beschritten werden.

KI in der Industriepraxis – Anwendungen bei der RAFI Group

Marc Bohner und Prof. Dr. Frank Ermark gaben Einblicke, wie die RAFI Group KI heute schon produktiv einsetzt. Auf einer eigenen, Open-Source-basierten GPT-Plattform betreibt das Unternehmen unter anderem einen IT-Ticket-Kategorisierer, KI-gestützte Softwareentwicklung sowie eine Assistenzlösung direkt an der Maschine, die Mitarbeitende bei der Fehlersuche anhand hinterlegter Handbücher unterstützt.
Als zentrale Herausforderung nannten die Referenten die Messbarkeit von KI-Nutzen: Zeitersparnisse lassen sich kaum objektiv erfassen. Zudem steht die Frage im Raum, ob man auf schnelle Cloud-Lösungen setzen oder auf eigene Infrastruktur und Datensouveränität achten sollte. Ihr Rat: Irgendwann muss man den ersten Schritt wagen – und sich dabei genauso weiterentwickeln wie die Technologie selbst.

KI im Sozial- und Gesundheitswesen – Chancen, Risiken und ethische Verantwortung

Prof. Dr. Jörg Wendorff zeigte das Potenzial von KI im Gesundheitsbereich auf: von der Krankheitsvorhersage über personalisierte Therapien bis hin zur Roboterchirurgie. Gleichzeitig machte er auf klare Risiken aufmerksam: Laien erzielen mit KI-Chatbots in weniger als 35 % der Fälle korrekte Diagnosen, während Ärzte im direkten Austausch mit KI auf bis zu 95 % Treffsicherheit kommen. Eine falsche Nutzung der Technologie kann sich also zusätzlich negativ auf die Gesundheit auswirken. 
Auch im Sozialwesen bietet KI neue Möglichkeiten – etwa niedrigschwellige Beratungsangebote. Problematisch ist jedoch, dass KI dazu neigt, Nutzeraussagen unkritisch zu bestätigen, was belastende Situationen verstärken kann. Sein Fazit: KI kann großen Nutzen stiften – wenn sie verantwortungsvoll eingesetzt wird.

Podiumsdiskussion und Austausch

Im Anschluss fand eine lebhafte Podiumsdiskussion statt, in der die Referenten Fragen zu gesellschaftlichen Herausforderungen durch KI diskutierten. Auch aus dem Plenum kamen Impulse – etwa zur Frage, wie KI sinnvoll in die Hochschullehre integriert werden kann.
Auch beim abschließenden Get-together wurde das Thema in gemütlicher Atmosphäre im LAB4DTE weiter diskutiert.

Ein herzlicher Dank gilt allen Referentinnen und Referenten sowie dem IDW für die Organisation dieses informativen und praxisnahen Abends.

Text:
Vera Segschneider